Lösungen für Unternehmen
Asset Management im Arbeitsalltag

Wie würden Sie die Rolle des Asset Managements bei Aurelis beschreiben?
Konstantin Lamm: Asset Management bei Aurelis bedeutet, Verantwortung über den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie zu übernehmen. Unsere Flächen müssen für die Mieter Tag für Tag funktionieren. Dafür braucht es Menschen, die Entscheidungen treffen, die die Situation vor Ort kennen und im Zweifel sofort handeln, statt nur aus der Distanz zu steuern. Gerade bei gewerblichen Nutzern, die produzieren oder logistisch arbeiten, ist diese Nähe entscheidend: Sie sorgt dafür, dass Ausfälle vermieden oder zumindest schnell kompensiert werden können.
Tobias Neldner: Für mich heißt das ganz konkret: Ein Standort oder eine Immobilie wird nicht verwaltet, sondern aktiv geführt. Im Turbinenwerk Mannheim verantworte ich gemeinsam mit meinem Team ein komplettes Quartier. Das funktioniert nicht vom Schreibtisch aus. Man muss regelmäßig vor Ort sein, Entwicklungen wahrnehmen und Potenziale erkennen, um einen Standort langfristig weiterzuentwickeln. Nur so lassen sich Nutzungskonzepte, technische Anforderungen und städtebauliche Ziele sinnvoll zusammenführen.
Was ist aus Ihrer Sicht entscheidend, damit aus Mietverhältnissen langfristige Partnerschaften entstehen?
Martin Adolph: Der Ausgangspunkt ist, das Geschäftsmodell eines Mieters wirklich zu verstehen. Ich muss so tief in seine Abläufe und Anforderungen eintauchen, dass klar wird, was die Immobilie leisten muss – heute und perspektivisch. Erst wenn ein Mieter merkt, dass wir nicht nur Flächen bereitstellen, sondern sein Geschäft mitdenken, entsteht Vertrauen. Ein Brauereibetrieb stellt andere Anforderungen an Medienversorgung, Logistik und Erweiterungsoptionen als ein Automobilzulieferer. Diese Unterschiede muss man kennen, um sinnvoll beraten zu können.
René Aertken: Und dieses Vertrauen müssen wir über Jahre hinweg aufrechterhalten. Für uns ist wichtig, dass die Mieter von Anfang an verstehen, dass unsere Tätigkeit nicht endet, sobald die Unterschrift unter dem Vertrag steht. Entscheidend ist, dass Mieter erleben: Da bleibt jemand dran, auch im laufenden Betrieb. Wenn ein Mieter irgendwann wieder anruft und sagt: „Wir möchten erneut mit euch arbeiten“, ist das für mich der beste Beweis für eine echte Partnerschaft. Ein gutes Beispiel dafür ist unser Multi-User-Objekt in der Boxberger Straße in Berlin. Dort haben uns die Nutzer ganz bewusst angesprochen und aktiv den Wunsch geäußert, die Zusammenarbeit auszuweiten. Genau das haben wir auch im UnternehmerPark in der benachbarten Wollenberger Straße erlebt. Dort haben uns Mieter gezielt nach Flächen zur Erweiterung gefragt.
Tobias Neldner: Auch technisches Verständnis spielt eine große Rolle. Wenn ich als Asset Manager die technischen Zusammenhänge nicht verstehe, kann ich nicht sinnvoll beraten. Für uns ist technische Kompetenz kein Add-on, sondern Voraussetzung für solide Entscheidungen. Das gilt insbesondere in großen Quartieren, wo Bestandsgebäude unterschiedlicher Baujahre und Nutzungen zusammenkommen.

Wie greifen Asset Management und Projektentwicklung bei Aurelis ineinander?
René Aertken: Das ist bei uns kein Staffellauf, sondern echte Teamarbeit. Soll heißen: Asset Management und Projektentwicklung sind keine zwei isolierten Abteilungen. Wir denken die Entwicklung und den Betrieb von Immobilien gemeinsam. Dabei greifen die einzelnen Abläufe so eng ineinander, dass der Kunde die interne Struktur kaum wahrnimmt – er merkt nur, dass sich jemand kümmert.
Yannick Schicktanz: Entscheidungen durchlaufen bei uns keine langen Wege. Wenn ein Mieter beispielsweise eine größere bauliche Anpassung benötigt, sitzen Development und Asset Management direkt zusammen. So können wir schnell Lösungen prüfen und zeitnah entscheiden. Das gilt aber nicht nur für Bestandsobjekte, sondern auch für Neubauten. Nehmen wir unser Logistikprojekt für Alnatura in Groß-Rohrheim als Beispiel. Dort haben wir früh gemeinsam mit dem Mieter über seine Logistikabläufe und Wachstumsperspektiven gesprochen, um auch für eventuelle Änderungen gerüstet zu sein.
Wenn wir schon bei konkreten Beispielen aus der Praxis sind: Wo hat sich diese Zusammenarbeit konkret bewährt?
Tobias Neldner: Im Turbinenwerk Mannheim hat sie von Beginn an viele Fortschritte ermöglicht. Wir hatten ein Areal ohne Bebauungsplan und ohne klare Struktur. Dass dort heute ein Quartier mit modernen Technikstandards, Grünzügen und neuen Mobilitätsachsen im Werden ist, ist Ergebnis dieser integrierten Arbeitsweise. Ein konkretes Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit ist zudem die Vermietung an die Internationale Hochschule, die einen völlig anderen Nutzungsansatz mitbringt als klassische Gewerbemieter. Dass wir diese Anforderungen in die bestehende Quartiersentwicklung integrieren konnten, zeigt, wie wichtig die enge Verzahnung der beiden Abteilungen ist.
René Aertken: Ein weiteres Beispiel ist unser Objekt in Barsinghausen. Dort traf eine technisch anspruchsvolle Immobilie auf einen herausfordernden Markt. Es handelte sich um eine Kühlhalle mit spezifischen Anforderungen an Energieversorgung, Andienung und Nutzungstiefe.
Durch die enge Zusammenarbeit von Development, Technik und Asset Management konnten wir das Objekt schrittweise an die Anforderungen des neuen Mieters anpassen. Entscheidend war, dass wir technische Umrüstungen, wirtschaftliche Auswirkungen und den laufenden Betrieb gemeinsam betrachtet und abgewogen haben. Der größte Beleg für den Erfolg dieser Zusammenarbeit ist für mich, dass der Mieter später erneut auf uns zugekommen ist, um weitere Flächen zu entwickeln.

Was bedeutet lösungsorientiertes Arbeiten für Sie konkret?
Konstantin Lamm: Es bedeutet, nicht mit Prozessen oder Zuständigkeiten zu argumentieren, sondern mit Ergebnissen. Wenn etwas nicht funktioniert, lösen wir es. Wenn ein Mieter eine Anpassung braucht, suchen wir Wege. Lösungsorientierung ist keine Methode, sondern eine Haltung.
Yannick Schicktanz: Für mich heißt das auch, Entscheidungen zu treffen, selbst wenn nicht alle Informationen vorliegen. Wir können nicht auf den perfekten Moment warten. Man muss Verantwortung übernehmen, die beste Option wählen und sie dann konsequent umsetzen.
René Aertken: Besonders deutlich wird das bei unseren UnternehmerParks. Die Flächen entwickeln wir häufig spekulativ, ohne bereits jeden späteren Nutzer zu kennen. Lösungsorientiert zu arbeiten heißt in diesem Kontext, Nutzungskonzepte vorauszudenken und flexibel zu planen, lange bevor der erste Mietvertrag unterschrieben ist, sodass Unternehmen wachsen, sich verkleinern oder umstrukturieren können, ohne den Standort wechseln zu müssen.
Woran merken Sie, dass Ihre Arbeit als Asset Manager erfolgreich war?
Konstantin Lamm: Wenn ein Mieter anruft und sagt: „Danke, dass Sie das so schnell möglich gemacht haben.“ Das sind oft kurze Rückmeldungen, aber sie zeigen, dass unsere Arbeit ankommt.
Tobias Neldner: Für mich ist es der Moment, in dem ein Areal sichtbar beginnt, sich weiterzuentwickeln. Wenn neue Nutzer und neue Konzepte zusammenkommen, sehen wir, dass wir mehr geschaffen haben als nur Mietflächen.
Ein neuer Kollege fängt morgen im Asset Management an. Was machen Sie als Erstes mit ihm?
Martin Adolph: Ganz klar: Ich zeige ihm die Flächen. Wir gehen gemeinsam durchs Objekt, sprechen mit den Mietern, schauen uns die Technik an und klären offene Punkte direkt vor Ort. Danach weiß man sehr schnell, worüber wir im Asset Management eigentlich reden.