„Vor 20 Jahren waren die Gebäude auch hochwertig“

Portraitfoto von Dr. Joachim Wieland, CEO Aurelis
Erschienen in: Handelsblatt vom 02.01.2026

Joachim Wieland, Chef des Immobilienentwicklers Aurelis fordert, die Regeln für Planungs- und Genehmigungsverfahren drastisch zurückzudrehen. Nur so sei ein echter Bau-Turbo möglich.

Herr Wieland, angenommen, Sie wären Bundesbauminister: Was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Die Regeln für Planungs- und Genehmigungsverfahren gehören auf ein Maß wie vor 20 Jahren zurückgefahren. Auch die Gebäude damals waren hochwertig und stehen bis heute. Überkomplexe Regeln, etwa zur Umweltverträglichkeitsprüfung, führen zu absurden Ergebnissen bei der Abwägung zwischen Bauen und Umweltschutz. Es braucht einen echten Bau-Turbo. Nachbarländer zeigen: Es geht deutlich schneller und dennoch rechtssicher.

Welche Entwicklung wird die Immobilienbranche in den nächsten fünf Jahren am stärksten verändern?

Wir müssen uns an einen schnellen Wandel der Bedürfnisse von Immobiliennutzern gewöhnen. Flexibel und vorausschauend hierauf zu reagieren, ist entscheidend. Wer früh in Standorte mit Entwicklungspotenzial und ganzheitliche Inhouse-Expertise investiert, bleibt handlungsfähig.

Welches zukunftsweisende Projekt hat Sie zuletzt besonders begeistert?

Der Innovationspark Ipai in Heilbronn zeigt das Potenzial unternehmerischer Initiativen für ganze Regionen. Die Schwarz-Gruppe schafft dort einen Standort mit Sogwirkung auf andere Unternehmen. Die Immobilien bilden sozusagen die infrastrukturelle Basis für technologisches Wachstum. Das erinnert an den Bilbao-Effekt – also die gezielte Aufwertung einer Region durch spektakuläre Bauten – nicht nur wegen der Architektur, sondern wegen des wirtschaftlichen Impulses.

Die Fragen stellte Julia Rieder.