Asset Management bei Aurelis als entwicklungsgetriebene Disziplin

Beitrag von Dr. Joachim Wieland, CEO Aurelis Real Estate

Das klassische Immobilien-Asset-Management ist darauf ausgerichtet, Bestandsportfolios treuhänderisch als Dienstleistung für einen Investor zu steuern. Der Fokus liegt dabei auf Dividendenrendite und Risikosteuerung für bestehende Objekte. Asset Management ist dabei mehr als die reine Verwaltung von Immobilien, bleibt in der Regel jedoch an die Zielvorgaben und den begrenzten Handlungsspielraum des Investors gebunden.

Bei Aurelis ist die Ausgangslage eine andere. Wir verwalten unser eigenes Bestandsportfolio und tragen als Eigentümer der Immobilien die unternehmerische Verantwortung für jede einzelne Entscheidung selbst. Dadurch verändert sich der Handlungsspielraum grundlegend: Sich wandelnde Anforderungen von Mietern, technische Notwendigkeiten und Entwicklungsperspektiven können gemeinsam betrachtet und auch dann umgesetzt werden, wenn größere Investitionen erforderlich sind. Asset Management verstehen wir daher als integralen Bestandteil einer permanenten Entwicklungsaufgabe für unser Immobilienportfolio. Veränderungen zu steuern, ist dabei essenzieller Teil unseres Geschäftsmodells.

Diese Sichtweise ist historisch gewachsen, entspricht aber auch grundsätzlich den Anforderungen für eine optimale Portfoliosteuerung. Aurelis kommt aus der Land- und Quartiersentwicklung, sodass unsere Strukturen von Beginn an darauf ausgelegt waren, Grundstücksflächen weiterzudenken, Nutzungen zu hinterfragen und Entwicklungspotenziale durch baurechtliche Anpassungen zu heben. Dieser erweiterte Ansatz prägt unser Asset Management bis heute.

Unser Portfolio ist entsprechend breit gefächert und kontinuierlich in Bewegung: Es reicht von kleinen Gewerbeeinheiten über revitalisierte Industrieareale bis hin zu großen Logistik- und Gewerbestandorten sowie komplexen Quartiersentwicklungen. Diese Vielfalt in Verbindung mit den sich immer schneller wandelnden Nutzeranforderungen erfordert einen aktiven Umgang mit Veränderung.

Asset Management und Development sind bei Aurelis daher strukturell und inhaltlich eng miteinander verzahnt. Unser Portfolio folgt einer klaren Kreislauflogik: Ankauf, Entwicklung, Vermietung und bei voll entwickelten Immobilien auch der Verkauf, um gebundenes Kapital freizusetzen und wieder gezielt in neue Entwicklungsprojekte zu investieren. Ob unsere Strategie dabei aufgeht, sehen wir am erzielten Verkaufspreis der jeweiligen Objekte.

Asset Management bedeutet bei Aurelis, Zusammenhänge zu erkennen, Nutzungsmixe zu gestalten und langfristige Perspektiven mitzudenken.
Portraitfoto von Dr. Joachim Wieland, CEO Aurelis
Dr. Joachim Wieland CEO Aurelis Real Estate

Daraus ergibt sich ein Asset Management, das Entwicklungen aktiv vorantreibt. Unsere Asset Manager übernehmen dabei eine weitere Rolle. Sie identifizieren Potenziale, stoßen Veränderungen an und denken Flächen, Nutzungen und Standorte weiter. Das schafft kurze Entscheidungswege, eine hohe Umsetzungstiefe und klare Verantwortlichkeiten über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Entscheidend ist für uns stets das Entwicklungspotenzial. Wir investieren dort, wo Wertschöpfung möglich ist, und trennen uns von Immobilien, wenn das noch vorhandene „Value-Add“-Potenzial begrenzt ist.

Ein besonderer Fokus liegt auf größeren, teils komplexen Gewerbestandorten mit hoher Standortqualität. Der Mehrwert entsteht hier nicht nur im einzelnen Gebäude, sondern durch die Entwicklung des gesamten Standorts. Asset Management bedeutet in diesem Kontext, Zusammenhänge zu erkennen, Nutzungsmixe zu gestalten und langfristige Perspektiven mitzudenken.

Gerade in herausfordernden Marktphasen zeigt sich die Stärke dieses Ansatzes: Aurelis ist Veränderung gewohnt und kann aktiv darauf reagieren. Auch dann, wenn sich Anforderungen ändern oder Mietverträge auslaufen. Wenn eine Nachvermietung wie bisher nicht möglich ist, passen wir Grundstücks- und Gebäudeflächen so an, dass sie wieder marktfähig werden.

Asset Management ist für Aurelis deshalb kein abgegrenzter Aufgabenbereich, sondern integraler Bestandteil unseres Entwicklungsmodells. Wir bleiben dort aktiv, wo Flächen, Standorte und Nutzungskonzepte weitergedacht werden können und wo Veränderung nicht als Risiko, sondern als Chance verstanden wird.